Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

>
Ratgeber-Übersicht
>
Parazentese: Wissenswertes zum Operationsverfahren und seinen Einsatzgebieten

Parazentese: Wissenswertes zum Operationsverfahren und seinen Einsatzgebieten

Leidest du häufig an unerklärlichen Ohrenschmerzen? Dann kann es sein, dass sich Flüssigkeit in der Paukenhöhle in deinem Innenohr angesammelt hat. Bei einer Parazentese erfolgt dann ein winziger Schnitt in deinem Trommelfell und die Flüssigkeit kann ungehindert abfliessen. Kinder leiden besonders häufig an diesem Symptom. Hier erfährst du alles Wissenswerte über die Parazentese und wie sie bei Kindern eingesetzt wird.

Was ist eine Parazentese?

Unter einer Parazentese versteht man gemeinhin das Durchstechen eines bestimmten Körperteils, um Flüssigkeiten oder Gase, die sich im Körper gebildet haben, nach aussen zu leiten. In der Medizin kommt diese Technik meist bei einer Mittelohrentzündung zum Einsatz. Dann wird das Trommelfell durchstossen, der Eiter kann abfliessen und die Ohrenschmerzen lassen augenblicklich nach.

Wann wird ein Trommelfellschnitt nötig?

Sammelt sich Flüssigkeit in der Paukenhöhle hinter dem Trommelfell an, spricht man von einem Paukenerguss. Normalerweise ist diese Paukenhöhle mit Luft gefüllt; sammelt sich hingegen Flüssigkeit an, ist keine ausreichende Belüftung gewährleistet. Der Trommelfellschnitt ist aus diesem Grund eine der am häufigsten angewandten Operationen in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. In vielen Fällen wird während dem Eingriff auch gleich ein Paukenröhrchen eingesetzt, um die Öffnung zum Mittelohr dauerhaft zu gewährleisten. Der Trommelfellschnitt ist ein Routineeingriff und kaum mit Komplikationen verbunden. Das Verfahren zur eindeutigen Diagnose nennt sich Tympanometrie: Mit Hilfe eines Messgerätes wird das Mittelohr auf Flüssigkeitsansammlungen hin untersucht.

Wie entsteht ein Paukenerguss?

Ein Paukenerguss kann die banale Begleiterscheinung einer Erkältung sein. Die Flüssigkeitsansammlung im Ohr ist nicht nur mit starken Schmerzen, sondern häufig auch mit Schwindel verbunden. Kinder hingegen sind aufgrund ihrer Anatomie sehr viel häufiger von einer Entzündung des Mittelohres betroffen. Auch in diesem Fall ist eine Parazentese häufig unumgänglich. Natürlich kannst du auch zunächst versuchen, die Ohrerkrankung mit bekannten Hausmitteln zu behandeln. Nasentropfen oder Nasenspray etwa können gut beim Abschwellen der Nasennebenhöhlen helfen. Als Hausmittel ebenso hilfreich können sein:

  • Rotlicht
  • Inhalation mit ätherischen Ölen
  • Nasenspülung mit Salzwasser
  • Wärmekissen oder ein wärmendes Zwiebelsäckchen

Auch homöopathische Behandlungen haben sich als Alternative zur Schulmedizin schon vielfach bewährt. Homöopathische Arzneimittel sind als Globuli in der Apotheke erhältlich. Natürlich solltest du aber mit deinem Arzt absprechen, ob entsprechende Präparate für dich geeignet sind.

Was ist eine Paukendrainage?

Tritt der Paukenerguss in regelmässigen Abständen immer wieder auf oder ist das Sekret sehr zähflüssig, wird der Arzt über eine Paukenddrainage nachdenken. In diesem Fall wird ein Paukenröhrchen in das Trommelfell eingesetzt. Es stellt sicher, dass der Schnitt im Trommelfell bestehen bleibt und so das Sekret von selbst abfliessen kann. Paukenröhrchen bestehen aus Gold, Titan, Silikon oder Teflon und haben einen Durchmesser von nur etwa einem Millimeter. Das Röhrchen verbleibt zwischen drei und zwölf Monaten im Ohr und sollte dann von alleine herausfallen. Ist das nicht der Fall, wird ein weiterer chirurgischer kleiner Eingriff fällig. In seltenen Fällen führt eine Paukendrainage nicht zum gewünschten Ergebnis und folgende unerwünschte Nebenwirkungen treten auf:

  • das Röhrchen verrutscht in der Paukenhöhle
  • das Röhrchen wird vom Körper abgestossen
  • das Röhrchen verstopft durch das Sekret

Auch eine plötzliche Abnahme des Hörvermögens, Tinnitus oder gar ein Hörsturz sind Risiken, die eine Parazentese mit sich bringen kann. Blutungen, die sich meist in Form von Nasenbluten zeigen, sollten ebenso nicht auf die leichte Schulter genommen und abgeklärt werden.

Wann wird eine Operation am Trommelfell durchgeführt?

Der Paukenerguss ist eine der häufigsten Ursachen für die Durchführung eines Trommelfellschnitts. Solch ein Schnitt kann aber auch bei folgenden Erkrankungen hilfreich sein:

  • Hörverlust aufgrund wiederkehrender Mittelohrentzündungen
  • akute Mittelohrentzündung
  • Polypen in den Nasennebenhöhlen
  • vergrösserte Mandeln

Mit Hilfe der Endoskopie muss der Hals-Nasen-Ohren-Arzt natürlich zunächst herausfinden, um welche Erkrankung es sich eigentlich handelt und ob eine Parazentese überhaupt Sinn macht. Eine solche Operation ist in HNO-Kliniken ein Eingriff, der mehrmals täglich ausgeführt wird und für die Mediziner ebenso Routinearbeit ist wie eine Nasenmuschelverkleinerung oder eine Operation der Nasennebenhöhlen.

Was ist nach einer Operation zu beachten?

Nach einer Parazentese und vor allem nach der Paukendrainage ist das Mittelohr besonders empfindlich. Keime können ungehindert durch das Paukenröhrchen in das Ohr gelangen. Beim Schwimmen solltest du besonders vorsichtig sein und darauf achten, dass nicht zu viel Wasser in dein Ohr gelangt. Um dies zu verhindern, gibt es beim Hörgeräteakustiker speziell angepasste Hörstöpsel, die sogenannten Schwimmotoplastiken. Sie helfen dabei, den Gehörgang abzudichten, damit kein Wasser eindringen kann.

Wie wird eine Parazentese bei Kindern durchgeführt?

Während die Operation bei Erwachsenen meist unter örtlicher Betäubung geschieht, erhalten Kinder in der Regel eine Vollnarkose. Dann werden die erforderlichen Instrumente durch den äusseren Gehörgang zum Trommelfell geführt. Der Trommelfellschnitt erfolgt im vorderen unteren Quadranten. Dieser Schnitt kann mittels Skalpell oder mit dem Laser ausgeführt werden. Das Sekret wird nun mit Hilfe eines speziellen Saugers abgesaugt. Der Schnitt selbst ist nur wenige Millimeter gross und wächst nach einigen Wochen von selbst wieder zu.

Das könnte dich auch interessieren

Ringelröteln Schwangerschaft: Darum sind sie so gefährlich

Bei Ringelröteln handelt es sich um eine Viruserkrankung, die sich durch einen girlandenartigen Ausschlag an Armen und Beinen auszeichnet. Neben Scharlach, Masern, Röteln und Windpocken zählen sie zu einer der am häufigsten auftretenden Kinderkrankheiten. Die Infektion ist hochgradig ansteckend, für Kinder und Jugendliche aber meist ungefährlich. Anders sieht es aus, wenn du Nachwuchs erwartest. Ringelröteln in der Schwangerschaft können zu bleibenden Schäden am Embryo führen. Bei den ersten Krankheitszeichen sollten sich Frauen daher unverzüglich zum Arzt begeben.

Kinderheilkunde: Wenn die Jüngsten Therapie oder Förderung brauchen

Entwickelt sich das Kind gesund, ist alles in Ordnung. Doch im Laufe ihres Heranwachsens machen die Kleinen unvermeidlich leichte oder auch schwerere Erkrankungen durch. Kinderärzte begleiten und prüfen die Entwicklungsfortschritte, sind erste Anlaufstelle bei Krankheiten und für eine Therapie. Was genau macht die Kinderheilkunde aus, wo liegen ihre Wurzeln und was kann die Pädiatrie uns über das reine Behandeln von Krankheiten noch bieten? Und wo finde ich überhaupt einen guten Facharzt für Kinderkrankheiten oder die passende Kinderklinik? Antworten auf die wichtigsten Fragen liefert unser FAQ.

Magen Darm Grippe Kinder – damit ist nicht zu spassen

Kinder leiden am häufigsten an Atemwegserkrankungen und einer Magen Darm Grippe. Diese kann einen harmlosen Verlauf nehmen, aber bei hohem Verlust von Wasser und Flüssigkeit auch stark die Gesundheit angreifen und sogar zu einem lebensbedrohlichen Notfall werden. Eine Behandlung ist dann schnell geboten, da gerade Kinder hier sensibel reagieren. Auslöser für einen solchen Infekt sind in der Regel Viren und Bakterien. Alles Wichtige zur Magen-Darm-Grippe bei Kindern findest du hier.

Leukämie bei Kindern – eine tückische Krebserkrankung

Leukämie bei Kindern ist eine Krebserkrankung, die einige Menschen schon in frühen Jahren entwickeln. Besonders häufig tritt sie bei Kindern im Vorschulalter auf. Für die Gruppe der unter Fünfzehnjährigen ist Leukämie die häufigste Krebsart. Der Ursprungsort dieser Erkrankung befindet sich im Knochenmark, da hier viele Blutzellen des Körpers entstehen. Ein Synonym für Leukämie lautet „Blutkrebs“, denn bei der Krankheit bildet der Organismus zu viele weisse Blutkörperchen (Leukozyten), die unreif sind. Eine sichere Diagnose von Leukämie bei Kindern ist nur durch detaillierte Laboruntersuchungen möglich. Zeigen Kinder Symptome von Blutkrebs, ist so schnell wie möglich ein Arzt aufzusuchen.

Ergotherapie für Kinder: Welche Behandlung hilft bei Entwicklungsstörungen?

Eltern kennen diese Situationen aus dem Alltag: Das Kind ist unruhig. Immer muss eine neue Aufgabe oder ein neues Spielzeug her. Für nichts reicht die Konzentration lange. Sind diese Unruhe und Rastlosigkeit normal? Oder: Das Kind kann seinen Stift immer noch nicht richtig halten. Warum nicht? Andere Kinder können das doch auch schon. Die Sorge wächst: Werden solche Störungen in der Schule Probleme machen? Was sollen ich tun, um sicherzugehen, dass derartige Konzentrationsschwierigkeiten und Unregelmässigkeiten bei der Entwicklung motorischer Fertigkeiten keine Symptome für viel gefährlichere Störungen sind? In unserem FAQ erfährst du, wie Ergotherapie Kindern in solchen Situationen helfen kann.

Tubenmittelohrkatarrh: alles über typische Symptome und mögliche Therapieformen

Beim Tubenmittelohrkatarrh, auch Tubenkatarrh oder Syringitis genannt, handelt es sich um eine Funktionsstörung im Mittelohr. Sie kommt besonders häufig bei Kindern vor, kann jedoch auch Erwachsene betreffen. In der Regel ist die Erkrankung gut behandelbar und heilt ohne Komplikationen aus – vorausgesetzt, du ignorierst die Symptome nicht einfach und suchst frühzeitig mit deinem Kind einen Arzt auf. Welche Symptome für einen Tubenmittelohrkatarrh typisch sind, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und vieles mehr erfährst du nachfolgend.