Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

>
Ratgeber-Übersicht
>
Rekapillarisationszeit – alles über die Sauerstoffunterversorgung des Körpers durch Schock!

Rekapillarisationszeit – alles über die Sauerstoffunterversorgung des Körpers durch Schock!

Die Kapillaren, die bereits im Begriff Rekapillarisationszeit enthalten sind, spielen beim Schock, der einfach ein Synonym dafür darstellt, eine übergeordnete Rolle: Diese Blutgefässe, die zu den kleinsten Gefässen in der menschlichen Anatomie gehören, bilden ein weit verzweigtes Netzwerk aus etwa einem halben Millimeter langen und fünf bis zehn Mikrometer dicken Haargefässen. Sie ergeben das Kapillarnetz, das, von den Arteriolen gespeist und von den Venolen drainiert, für die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung von Gewebe und Organen sorgt. Dies wird Mikrozirkulation genannt und erreicht seine volle Effektivität über die resultierende Oberflächenvergrösserung. Wird die Blutzirkulation in den Kapillaren vermindert, ist das Ergebnis der Schock.

Wie wird der Schock definiert?

Der Schock beziehungsweise die Rekapillarisationszeit ist eine lebensbedrohliche Kreislaufstörung, die zur Sauerstoffunterversorgung in lebenswichtigen Gewebeteilen führt. In der medizinischen Fachsprache wird der Schockzustand mit einem Teufelskreis verglichen, der Schockspirale genannt wird. Der zunächst sinnvoll erscheinende Körpermechanismus, während eines Schocks vermehrt lebenswichtige Organe mit ausreichend Blut und somit Sauerstoff zu versorgen, führt im Umkehrschluss zu einem Sauerstoffmangel in der Peripherie, also den Gliedmassen. Dies führt zu einer Übersäuerung, sodass vermehrt Flüssigkeit aus den Kapillaren austritt. Während sich die Arteriolen weiten, bleiben die Venolen relativ konstant. Dies führt zu einem Blutstau, deren Resultat kleine Blutgerinnsel, die Mikrothromben sind. Verschärft sich dieser Zustand, erhalten Organe nur unzureichend Sauerstoff. Dann besteht Lebensgefahr! Infolge dieser Schockspirale kommt es möglicherweise zu:

  • Mikrothromben
  • Organschädigungen
  • multiplem Organversagen
  • Letalität

Welche Arten von Schock werden voneinander unterschieden?

Der auch als Gewebehypoxie bekannte Schockzustand, der aufgrund einer verminderten Kapillardurchblutung auftritt, kann verschiedene auslösende Faktoren und Ursachen haben. Dementsprechend ist in der Diagnostik eine Früherkennung überlebenswichtig, um sofort therapeutische Massnahmen ergreifen zu können. Die Therapie ist abhängig von der Art des Schockzustandes, der jeweils andere Symptome zeigt. Folgende Schockformen werden voneinander unterschieden:

  1. Volumenmangelschock
  2. Distributiver Schock (Verteilungsmangel)
  3. Kardiogener Schock

Zum Volumenmangelschock gehören:

  • Hypovolämischer Schock: kritische Verminderung des Blutplasmavolumens (durch Verbrennungen, Erbrechen oder Diarrhö)
  • Hämorrhagischer Schock: kritische Verminderung des Blutplasmavolumens sowie der Anzahl der Erythrozyten bei Anämie (Blutverlust, Trauma)

Der Verteilungsmangel des distributiven Schocks tritt auf bei:

  • Anaphylaktischer Schock: allergische Reaktionen
  • Septischer Schock: Blutvergiftung
  • Neurogener Schock: hervorgerufen durch Vergiftung oder extreme Stressbelastung (Schädel-Hirn-Traum, Schlaganfall, Trauma)

Kardiogener Schock schliesslich kann die Folge sein von:

  • Myokardversagen: Myokardinfarkt, Myokarditis
  • Arrhythmien: Kammerflimmern, Herzklappeninsuffizienz (Volumenbelastung), Lungenembolie (Druckbelastung)
  • gestörte extrakardiale Blutzirkulation: Lungenembolie, Spannungspneumothorax, Oxygenierung

Was sind die Ursachen und Symptome bei der Diagnostik eines Schockzustandes?

Während beim kardiogenen Schock das Herz der Ursprung des Schockzustandes ist, wird bei einem anaphylaktischen Schock eine allergische Reaktion dafür verantwortlich gemacht. Bei einer Sepsis hingegen ist eine Infektion Auslöser des Schocks. Die Diagnostik von Schockzuständen beruht auf wichtigen körperlichen und psychischen Anzeichen, nämlich:

  1. Hautveränderungen: blasse und kaltschweissige Haut (hypovolämischer und kardiogener Schock), gerötete und heisse Haut (septischer Schock) oder allergische Hautsymptome (anaphylaktischer Schock)
  2. Blutdruckabfall, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, veränderte Herzfrequenz
  3. Atembeschleunigung, Unruhe, Nervosität, Zittern
  4. Angst, Bewusstseinsstörungen, Apathie, Bewusstlosigkeit

Welche Notfallmassnahmen sind bei einem Schock sofort zu ergreifen?

Bei Verdacht eines Schockzustandes muss umgehend der Rettungsdienst gerufen werden. Patienten mit Bewusstsein sollten in die Schocklage gebracht werden. Dazu wird der Betroffene flach hingelegt und die Beine höher gelagert als der Oberkörper. Handelt es sich hingegen um einen kardiogenen Schock, sind folgende Massnahmen zu ergreifen:

  1. Betroffenen beruhigen
  2. Auskühlung des Patienten durch Wärmedecken und ähnliches vermeiden
  3. Blutungen sollten gestillt werden
  4. Bei Bewusstlosigkeit Erste-Hilfe-Massnahmen wie Mund-zu-Mund-Beatmung, Herzmassagen und Atemwegsbefreiungen vorgenehmen

Die notärztliche Untersuchung von Schockzuständen erfolgt durch einen Schockindex sowie die Fingernagelprobe. Bei Verdacht auf Schock werden während der Diagnostik folgende Untersuchungen vorgenommen.

  • Elektrokardiografie (EKG)
  • Messung des Blutdrucks
  • Messung der Urinmenge (Diurese)
  • Bestimmung der Blutwerte (Nahinfrarot-Spektroskopie)

Welche Therapien werden bei Schockzuständen angewandt?

Zur Behandlung von Schockzuständen stehen einem Arzt in der Klinik verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Diese richten sich nach der Art des Schocks.

  • Volumenmangelschock: Bei Blutverlust aufgrund eines hypovolämischen oder hämorrhagischer Schocks wird das verlorene Blutvolumen durch Blutkonserven oder Infusionslösungen erhöht.
  • Kardiogener Schock: Ein kardiogener Schock wird durch Schmerzmittel und andere Medikamente behandelt, um die Kontraktionskraft des Herzens zu steigern. Verstopfte Herzkranzgefäss werden operativ behandelt.
  • Distributiver Schock: Bei einem distributiven Schock wie etwa dem anaphylaktischen Schock werden Arzneimittel verabreicht, die das Immunsystem ansprechen. Dazu gehören Glucocorticoide und Antihistaminika. Bei einem septischen Schock sind hingegen zumeist Antibiotika gefragt.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Sepsis, Infektion und Schock?

Eine Sepsis wird durch Infektionskrankheiten ausgelöst, an denen entweder Pilze, Viren, Bakterien oder Parasiten beteiligt sind. Die körpereigene Immunabwehr richtet sich im Verlauf der Infektion gegen körpereigenes Gewebe oder Organe, in dessen Endstadium es zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommt. Durch die Botenstoffe des Immunsystems werden die Blutgefässe erweitert, wodurch ein extremer Blutdruckabfall entsteht. Dies wird septischer Schock genannt.

Wann treten Schockzustände bei Neugeborenen auf?

Bei der Erkrankung der Plazenta können sich Viren und Bakterien der Mutter per Diapedese auf den Fötus übertragen. Wird im Fruchtwasser eine Bakterienbesiedlung durch die Neonatologie festgestellt, muss in den meisten Fällen sofort eine Geburtshilfe erfolgen, um Schäden vom Neugeborenen abzuwenden. Dazu gehört auch der septische Schock, die sogenannte Neugeborenen-Sepsis, die durch eine Frühgeburt vermieden werden kann. Werden Krankheitserreger vor der Geburt auf das Ungeborene übertragen, wird dies Frühsepsis genannt.

Das könnte dich auch interessieren

Kopfschmerzen bei Kindern – alles zu Ursachen und Therapie

Bei Kopfschmerzen handelt es sich leider um eine sehr häufig auftretende Erkrankung bei Kindern – und das in jedem Kindesalter. Dabei können die Beschwerden ein Symptom für zahlreiche Ursachen sein. Wie die Häufigkeit genau verteilt ist, welche Ursachen für die Kopfschmerzen infrage kommen und welche Untersuchungen und Behandlungen ein Arzt in der Regel vornimmt, erfährst du hier.

Kinderhospiz: Betreuung von unheilbar erkrankten Kindern und Begleitung betroffener Familien über den Tod hinaus

Für Familien bricht eine Welt zusammen, wenn sie von einer unheilbaren Krankheit ihres Kindes erfahren. In der Regel ist nicht klar, wie lange das Kind oder der Jugendliche leiden müssen. Ein langsamer Abschied führt Eltern und Kinder an physische und psychische Grenzen. Erwachsene fühlen sich hilflos und isolieren sich zusehends. In einem Kinderhospiz erfahren Betroffene Entlastung und Mitgefühl zugleich – in einer kinderfreundlichen Umgebung. Dabei endet die Hilfe nicht mit dem Beistand beim unvermeidlichen Abschied, sondern geht über den Tod des Kindes hinaus. Die Familie lernt, mit der Tragödie zu leben und findet langsam wieder in ein normales Leben zurück.

Längst keine Kinderkrankheit mehr: Keuchhusten – Symptome, Ursachen, Diagnose und Behandlung

Etwa Mitte der 1990er Jahre hielt eine Keuchhusten- oder auch Pertussis-Epidemie die Schweiz in Atem. Die Zahl der jährlich Erkrankten hat seitdem zum Glück stetig abgenommen. Dennoch ist diese schwere Erkrankung der Atemwege auch heute noch ein Thema. Wie du Keuchhusten-Symptome erkennst, welche Komplikationen bei Kindern und Erwachsenen auftreten können und warum der Impfschutz so wichtig ist, erfährst du hier.

Fieber bei Kleinkindern: wichtige Fragen und Antworten!

Wenn beim Kind die Temperatur erhöht ist, machen sich die Eltern häufig sorgen. Manchmal zu Recht – doch Fieber bei Kleinkindern ist in der Regel eine positive Schutzreaktion des Körpers gegen Infektionen. Es tritt viel häufiger auf als bei Erwachsenen auf und kann zahlreiche Ursachen haben. Wir zeigen dir, wie Fieber im Kindesalter entsteht, was du dagegen tun kannst und beantworten dir ausserdem häufig gestellte Fragen rund um das Thema!

Kartoffelwickel Husten – die schnelle Hilfe bei Erkältungen nach altbewährtem Rezept

Erkältungszeiten mit Husten, Schnupfen und Halsschmerzen sind nervig, die Krankheiten können aber relativ schnell auskuriert werden, wenn die Symptome nicht länger andauern. Viele Menschen schwören dabei auf alte Hausmittel, die eine wohltuende und lindernde Wirkung haben. Eines der bekanntesten Mittel gegen Husten und ähnliche Beschwerden ist der Kartoffelwickel. Er erweitert die Gefässe, wärmt und verbessert die Durchblutung. Die Muskulatur entspannt und der Körper erholt sich. Alles zu m Thema Kartoffelwickeln gegen Husten erfährst zu hier.

Kryptorchismus: was Eltern dazu wissen sollten

Beim Wickeln kommt es dir so vor, als ob der Hodensack deines kleinen Jungen seltsam aussehen würde? Vielleicht ist das ein Zeichen für Kryptorchismus – umgangssprachlich „Hodenhochstand“. Mach dir aber keine Sorgen: Das kommt bei neugeborenen Jungen häufig vor. Der Hodenabstieg von Frühchen unter 900 Gramm ist in den ersten Lebensmonaten sogar fast niemals abgeschlossen. Du kannst ruhig warten, bis dein Baby sechs Monate alt ist, bevor du deswegen zum Kinderarzt gehst.