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Längst keine Kinderkrankheit mehr: Keuchhusten – Symptome, Ursachen, Diagnose und Behandlung

Längst keine Kinderkrankheit mehr: Keuchhusten – Symptome, Ursachen, Diagnose und Behandlung

Etwa Mitte der 1990er Jahre hielt eine Keuchhusten- oder auch Pertussis-Epidemie die Schweiz in Atem. Die Zahl der jährlich Erkrankten hat seitdem zum Glück stetig abgenommen. Dennoch ist diese schwere Erkrankung der Atemwege auch heute noch ein Thema. Wie du Keuchhusten-Symptome erkennst, welche Komplikationen bei Kindern und Erwachsenen auftreten können und warum der Impfschutz so wichtig ist, erfährst du hier.

Was ist Pertussis?

Pertussis oder auch Keuchhusten gehört weltweit zu den am meisten verbreiteten Infektionskrankheiten der Atemwege. Verursacher ist das Bakterium Bordetella pertussis. Keuchhusten ist hoch ansteckend und wird über Tröpfcheninfektion übertragen. Die Erreger, die sich im Rachenraum ansiedeln, werden beim Sprechen, Husten oder Niesen bis zu einen Meter in die Luft geschleudert und siedeln sich in einem neuen Wirt an. Schätzungen zu Folge führt der Kontakt mit einer erkrankten Person in 80 bis 90 Prozent der Fälle zu einer Infektion mit den Erregern, sofern kein Impfschutz besteht.

Welche typischen Keuchhusten-Symptome können auftreten?

Verschiedene Symptome des Keuchhustens treten in verschiedenen Stadien der Krankheit auf. Der Krankheitsverlauf kann in drei Phasen eingeteilt werden, in denen je eigene Beschwerden auftreten:

  1. Im ersten Stadium spricht man von der Erkältungsphase. Typische Beschwerden wie Schnupfen, Husten und Schwächegefühle, wie man sie von einer normalen Erkältung kennt, treten ein. In seltenen Fällen kann Fieber hinzukommen. Diese Phase zieht sich etwa ein bis zwei Wochen hin.
  2. In der zweiten Phase beginnt der starke, trockene und andauernde Husten. Diesem Symptom verdankt die Krankheit auch ihren Namen. Die Hustenattacken treten anfallartig auf und häufen sich besonders in der Nacht. Im fortschreitenden Stadium husten Betroffene zähen Schleim aus und müssen Erbrechen. Sie leiden oft an Appetitlosigkeit und können wegen der Hustenattacken nur schlecht schlafen. Fieber ist auch in dieser Phase eher selten. Die zweite Phase dauert etwa vier Wochen.
  3. Die letzte Phase ist die Erholungsphase. Sie zieht sich besonders lange hin und kann zwischen sechs und zehn Wochen dauern. Die Hustenattacken nehmen langsam wieder ab. Die Krankheit schwächt die Atemwege jedoch so sehr, dass Patienten sogar noch Monate nach überstandener Krankheit bei körperlicher Anstrengung oder kalter Luft mit Reizhusten reagieren können.

Dieser Krankheitsverlauf ist für Kinder typisch. Bei Jugendlichen und Erwachsenen hingegen bleiben die charakteristischen Hustenattacken aus. Bei ihnen zeichnet sich die Erkrankung durch einen sehr langanhaltenden hartnäckigen Husten aus. Das erschwert besonders die Diagnose, wodurch die Krankheit häufig unentdeckt bleibt, was wiederum das Ansteckungsrisiko für die Mitmenschen erhöht.

Für wen sind Erkrankungen der Atemwege besonders gefährlich?

Das grösste Risiko besteht für Kleinkinder aber auch für Personen, deren Immunsystem durch andere Krankheiten geschwächt ist sowie ältere Menschen. Grundsätzlich gilt: Je jünger das Kind, desto grösser ist die Bedrohung für die Gesundheit. Jährlich werden in der Schweiz derzeit rund 30 Kinder wegen Keuchhusten hospitalisiert. Säuglinge bis zum ersten Lebens sind besonders stark gefährdet, weil ihnen der Impfschutz fehlt. Ausserdem können sie sich noch nicht aufrichten und die liegende Position erschwert ihnen das Husten zusätzlich. Darüber hinaus zeigen sie häufig nicht die typischen Keuchhusten-Symptome. Hustenattacken fallen bei ihnen nicht so stark aus, wodurch man sie leicht übersieht.

Welche Komplikationen können auftreten?

Besonders für Säuglinge bis zum ersten Lebensjahr besteht ein hohes Risiko für mögliche Komplikationen und Folgekrankheiten, die sogar lebensbedrohlich sein können. Zu den häufigsten Komplikationen gehören:

  • Mittelohrentzündung
  • Lungenentzündung
  • In seltenen Fällen: Krampanfälle
  • Hustenanfälle können bei Säuglingen zu kurzen Atemaussetzern führen. Dies hat eine Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff zur Folge, die es schädigen kann. Zurück bleiben können Dauerschäden, die sich auf Motorik, geistige Fähigkeiten und Sinneswahrnehmungen auswirken.

Wie verläuft die Behandlung dieser und vergleichbarer Krankheiten?

Risikopatienten wie Kleinkinder und Säuglinge sollten wegen der möglichen Komplikationen stationär im Krankenhaus behandelt werden. Frühzeitig erkannt, also innerhalb der ersten Phase der Erkrankung, kann der Arzt ausserdem Antibiotika verschreiben, um den Ausbruch der Hustenattacken zu verhindern oder abzumildern. Darüber hinaus sind Hausmittel, die den Hustenreiz mildern und schleimlösend wirken, wie zum Beispiel Inhalieren, eine gute Möglichkeit, den Kindern Linderung zu bieten.

Wann sollte ich meine Kinder gegen Keuchhusten impfen?

Das schweizerische Bundesamt für Gesundheit empfiehlt seit 2019 für Kinder die Sechsfachimpfung nach vereinfachtem Impfschema. Hierbei werden neben Keuchhusten auch die anderen fünf Kinderkrankheiten abgedeckt. Nach dem neuen Impfplan sind insgesamt nur noch drei Impfungen nötig. Diese erfolgen jeweils im Alter von zwei, vier und zwölf Monaten. Auffrischungsimpfungen mit niedrigerer Dosierung sollten jeweils im Alter von vier bis sieben Jahren und ein weiteres Mal zwischen dem elften und fünfzehnten Lebensjahr erfolgen. Solltest du schwanger sein, kann eine Auffrischungsimpfung helfen, dein Kind zumindest in den ersten Lebensmonaten zu schützen.

Warum tritt Keuchhusten inzwischen häufiger bei Erwachsenen auf?

Keuchhusten zählt schon seit 2008 streng genommen nicht mehr zu den Kinderkrankheiten. Das Durchschnittsalter der Erkrankten liegt inzwischen bei etwa 42 Jahren. Anfang der 2000er lag es noch bei 15 Jahren. Erwachsene sind heute häufiger betroffen, weil viele einerseits den Impfschutz vernachlässigen: Pertussis-Impfungen bieten keinen lebenslangen Schutz wie bei anderen Krankheiten. Andererseits merken viele Erwachsene wegen der leichten Symptome gar nicht, dass sie krank sind.

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