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Mittelohrentzündung bei Kindern – alles zu einer häufigen Kinderkrankheit

Mittelohrentzündung bei Kindern – alles zu einer häufigen Kinderkrankheit

Eine Mittelohrentzündung tritt häufig in Folge von Infektionskrankheiten wie der Erkältung auf. Sind die oberen Luftwege betroffen, können Viren oder Bakterien in das Mittelohr eindringen und eine Entzündung verursachen. Betroffen sind davon insbesondere Säuglinge und Kleininder. Deswegen sollten Eltern die Symptome einer Mittelohrentzündung bei Kindern sowie einige Tipps dazu kennen. Wenn ein Arzt die Mittelohrentzündung rechtzeitig behandelt, dauert die Erkrankung höchstens zwei Wochen und führt in der Regel zu keinen weiteren Komplikationen. Unbehandelt jedoch besteht die Gefahr einer Entzündung des Innenohrs oder einer Hirnhautentzündung. Deshalb ist es wichtig, die Anzeichen einer Mittelohrentzündung bei Kindern zu kennen.

Warum bekommen Kinder häufig eine Mittelohrentzündung?

Kinder und insbesondere Kleinkinder sind sehr anfällig für eine Mittelohrentzündung. Die meisten Betroffenen sind zwischen sechs Monate und sechs Jahre alt. Schätzungen zufolge erkranken über drei Viertel aller Kinder in ihren ersten drei Jahren an einer Mittelohrentzündung. Manche Kinder erkranken sogar mehrfach. Dafür gibt es mehrere Ursachen. Die meisten Krankheitserreger gelangen durch die Ohrtrompete in das Mittelohr. Bei Kindern ist die Ohrtrompete im Vergleich zu Erwachsenen recht kurz und zugleich weit, sodass die Krankheitserreger aus dem Nasen- oder Rachenraum leichter eindringen können. Eine andere häufige Ursache sind vergrösserte Rachenmandeln – auch Poylpen genannt. Hier verschliessen die Gewebewucherungen die Ohrtrompetenöffnung und behindern die Belüftung des Mittelohrs. Dadurch sammelt sich Flüssigkeit an, die ein guter Nährboden für Viren oder Bakterien ist. Deshalb erkranken vor allem Kleinkinder während der Erkältungszeit häufig an einer Mittelohrentzündung.

Was sind Symptome und Beschwerden bei einer Mittelohrentzündung bei Kindern?

Allgemein ist eine Mittelohrentzündung sehr schmerzhaft. Besonders heftige und plötzlich auftretende Ohrenschmerzen sind ein typisches Symptom. Folgende Symptome zeigen sich noch:

  • eine klare Verschlechterung des Befindens
  • Schwächegefühl, Abgeschlagenheit
  • starke Ohrenschmerzen, Druckgefühl im Ohr
  • hohes Fieber, auch über 39 Grad
  • Einschränkung des Hörvermögens, Hörverlust

Während ältere Kinder ihre Beschwerden bei einer Mittelohrentzündung meistens sehr genau benennen können, müssen Eltern bei Kleinkindern und Babys auf andere Anzeichen achten. Generell gilt, dass die Babys oder Kleinkinder ihr Unwohlsein deutlich machen. Sie schreien mehr als sonst und sind unruhiger und reizbarer. Sie schlafen schlechter und verweigern die Nahrungsaufnahme. Oftmals fassen sie sich häufig ans Ohr. Ausserdem schreien sie bei einer Berührung des Ohrs durch die Eltern mehr. Gerade jüngere Kinder haben häufig auch höheres Fieber. Weitere unspezifische Symptome wie Erbrechen oder Durchfall können ebenfalls auftreten.

Wie sieht die Therapie bei einer Mittelohrentzündung bei Kindern aus?

Der Arzt verordnet in der Regel als erstes schmerzstillende und fiebersenkende Medikamente wie etwa Ibuprofen oder Paracetamol. Dazu kommen oftmals auch Nasentropfen, die die Schwellung der Schleimhäute bekämpfen und somit für eine bessere Belüftung des Mittelohres sorgen. Erst, wenn diese Massnahmen nicht wirken, kommen Antibiotika zum Einsatz. In der Regel heilt eine Mittelohrentzündung bei Kindern so nach einigen Tagen ohne Folgen ab. Bei wiederkehrenden, schweren Fällen, setzt der Arzt ein Paukenröhrchen in das Trommelfell, das für das Ablaufen von Flüssigkeit und eine gute Belüftung sorgt.

Welche Hausmittel nützen bei Mittelohrentzündung und Ohrenschmerzen?

Zunächst einmal sollten die Betroffenen viel ruhen und viel Flüssigkeit zu sich nehmen. An die Ohren selbst darf kein Wasser kommen. Gegen die Ohrenschmerzen gibt es einige praktische Hausmittel:

  • Bestrahlung des Ohrs mit Rotlicht
  • warmes Körnerkissen auf das Ohr
  • kleines Säckchen mit abgekochten Zwiebeln
  • Wadenwickel gegen das Fieber
  • das homöopathische Arzneimittel Otovowen

Welche Antibiotika helfen Kindern bei einer Mittelohrentzündung?

Generell helfen Antibiotika nur gegen von Bakterien verursachte Krankheiten, nicht aber gegen Viren. Da Viren gut ein Viertel aller Mittelohrentzündungen verursachen, helfen Antibiotika demnach nicht immer. Dazu kommt, dass es verschiedene Bakterien gibt, gegen die auch jeweils nur spezielle Antibiotika helfen. Aus diesen Gründen sollte deren Einsatz immer nur nach Anweisung eines Arztes geschehen.

Kann eine Mittelohrentzündung auch ohne Fieber auftreten?

In der Regel verläuft eine Mittelohrentzündung bei Kindern mit Fieber, während die Krankheit bei Erwachsenen oft ohne Fieber auftritt. Generell gilt: Je jünger das Kind, desto höher ist die Fieberwahrscheinlichkeit. Ab etwa vier Jahren sinkt diese erheblich. Dennoch ist es auch bei Kleinkindern möglich, dass eine Mittelohrentzündung ohne Fieber verläuft. Symptome und Verlauf sind immer individuell verschieden.

Was eignet sich zur Vorbeugung gegen eine Mittelohrentzündung bei Kindern?

Zunächst einmal sollten die Kinder ihre Ohren stets mit Mützen gegen Kälte oder Zugluft schützen. Impfungen gegen Hämophilus influenzae sowie gegen Pneumokokken senken das Risiko einer Mittelohrentzündung ebenfalls. Ausserdem gilt:

  • die Gehörgänge nicht mit Wattestäbchen reinigen – falls sie verklebt sind, einen Arzt aufsuchen
  • bei Schnupfen tragen Nasentropfen oder Nasenspray auch zu einer guten Belüftung des Mittelohres bei (nur einige Tage anwenden)
  • bei Babys darauf achten, dass sie ihre Flasche nicht im Liegen trinken und auch den Schnuller nicht zu oft im Liegen gebrauchen – beides kann negative Auswirkungen auf die Ohrtrompete haben
  • die Umgebung des Babys rauchfrei lassen
  • das Baby selber stillen – Muttermilch bietet einen gewissen Infektionsschutz

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