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Pneumokokken: Erkrankungen, Infektionsschutz und Impfungen für Kinder

Pneumokokken: Erkrankungen, Infektionsschutz und Impfungen für Kinder

Pneumokokken sind für viele weit verbreitete Infektionskrankheiten verantwortlich, wovon einige ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen. Die Impfung gegen diese Bakterien gehört daher zu den Basisimpfempfehlungen des Bundesamts für Gesundheit. Warum der Infektionsschutz besonders für Kinder so wichtig ist, wann du dein Kind impfen solltest und welche Risiken und Nebenwirkungen die Impfung haben kann – diese und viele weitere Informationen und Tipps zum Thema Pneumokokken-Impfung haben wir für dich hier zusammengestellt.

Was sind Pneumokokken?

Bei Pneumokokken handelt es sich um eine Bakterienart. Ihr Name leitet sich ab von den beiden altgriechischen Wörtern Pneumo, also Lunge, und Kokkus, was so viel bedeutet wie Korn oder Kern. Sie gehören zu den grampositiven Streptokokken. Der Virulenzfaktor, also die Fähigkeit der Pneumokokken, Erkrankungen zu verursachen, ist besonders hoch. Das liegt hauptsächlich an ihrer Polysaccharidkapsel, die mehr als 90 verschiedene Subspezies dieser Bakterienart hervorgebracht hat. Die Kapsel erschwert es dem Immunsystem, die Bakterien durch Phagozytose, dem Einhüllen und Zerstören von Krankheitserregern, unschädlich zu machen. Dabei spielt nicht nur die Dicke der Kapsel eine Rolle, sondern auch die Art der Oberfläche. Pneumokokken mit glatter Polysaccharidkapsel sind besonders virulent und führen häufiger zu Infektionen. Zum Grossteil erfolgt die Übertragung von Mensch zu Mensch über Schmierinfektionen. Die Bakterien siedeln sich bevorzugt auf den Schleimhäuten in Nase und Rachenraum an und können für verschiedene Infektionskrankheiten verantwortlich sein.

Welche Infektionskrankheiten verursachen Pneumokokken bei Kindern?

Pneumokokken können die Ursache ganz verschiedener Infektionskrankheiten sein. Häufig betreffen diese die Atemwege und in diesem Zusammenhang den Bereich Hals-Nasen-Ohren. Zu den häufigsten Erkrankungen zählen:

  • Lungenentzündung (Pneumonie)
  • Mittelohrentzündung (Otitis media)
  • Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)

Darüber hinaus können diese Bakterien jedoch auch zu gesundheitlich bedenklicheren Krankheiten führen. Das betrifft besonders die Subtypen, die sogenannte invasiven Pneumokokken-Erkrankungen auslösen. Diese Arten entgehen den weissen Blutkörperchen, den spezialisierten Immunzellen, indem sie sich in den roten Blutkörperchen einnisten und verstecken. Auf diese Weise können sie sogar Bereiche des Körpers befallen, die eigentlich vor Infektionen geschützt sein sollten, wie zum Beispiel das Gehirn. In diesem Fall kann es zu einer Hirnhautentzündung, auch bekannt als Meningitis, kommen oder auch zu einer Blutvergiftung (Sepsis). Ausserdem kann der Abbau von Pneumokokken ebenfalls Risiken für den Körper bergen. Dabei werden Stoffe aus den Zellwänden der Bakterien freigesetzt, die eine hemmende Wirkung auf das Immunsystem haben und so anderen Krankheitserregern die Einnistung im Körper erleichtern.

Für wen ist der Infektionsschutz gegen diese Erkrankungen besonders wichtig?

Eine Impfung gegen Pneumokokken ist besonders bei Kindern in den ersten Lebensjahren sehr zu empfehlen. Für Kleinkinder und Säuglinge können solche Infektionen hohe gesundheitliche Risiken bergen. Ihr Immunsystem ist noch nicht stark genug ausgeprägt, um sich effektiv wehren zu können. Besonders die invasiven Pneumokokken-Erkrankungen können für sie lebensbedrohlich werden. Laut Impfempfehlungen des Bundesamts für Gesundheit BAG zählt die Pneumokokken-Impfung daher zu den Basisimpfungen für Kinder und Säuglinge. Die Kosten für diese Impfungen werden daher in der Regel von der obligatorischen Krankenversicherung getragen.

Welche Arten von Pneumokokken-Impfstoffen gibt es?

Bei der Impfung gegen Pneumokokken kommen grundsätzlich ausschliesslich Totimpfstoffe zum Einsatz. Dabei bieten sich zwei verschiedene Möglichkeiten an:

  1. Polysaccharid-Impfstoffe: Der Impfstoff enthält Hüllenbestandteile, Polysaccharide, wie sie für Pneumokokken typisch sind. Das Immunsystem reagiert auf diese Bestandteile und bildet passende Antikörper, um sich so in Zukunft vor möglichen Infektionskrankheiten schützen zu können.
  2. Konjugat-Impfstoffe: Bei diesen Impfstoffen spielen die Hüllenbestandteile ebenfalls eine wichtige Rolle für den Infektionsschutz. Doch im Gegensatz zu den Polysaccharid-Impfstoffen sind die Bestandteile hier an Proteine als Trägersubstanzen gebunden.

Wann sollte die Impfung erfolgen?

Die Impfempfehlungen in der Schweiz sehen eine erste Impfung ab dem zweiten Lebensmonat vor. In diesem Alter sollten nur Konjugat-Impfstoffe verabreicht werden. Denn bei Kindern unter zwei Jahren würde ein Polysaccharid-Impfstoff keinen ausreichenden Infektionsschutz gewährleisten. Der Hausarzt führt die Impfung in der Regel gemeinsam mit den anderen Basisimpfungen durch, wie zum Beispiel Haemophilus influenza B (HIB). Hierbei handelt es sich um Krankheitserreger, der ebenfalls für einige invasive Erkrankungen verantwortlich ist. Den Namen Influenza erhielt er zu Unrecht, da er häufig von der Grippe begleitet wird und man die Symptome falsch deutete. Darüber hinaus gehören unter anderem auch Diphterie, Typhus, Kinderlähmung (Polio) und Keuchhusten zu den Basisimpfungen, die Kinder und Säuglinge im gleichen Zeitraum erhalten.

Wie häufig muss geimpft werden, um den Impfschutz aufrechtzuerhalten?

Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt für den Infektionsschutz gegen Pneumokokken die 2+1-Impftherapie. Die erste Impfung erfolgt dabei im Alter von drei Monaten und die zweite im Alter von fünf Monaten. Eine auffrischende, dritte und letzte Impfung erfolgt dann im Alter von etwa einem Jahr. Bis zum 13. Lebensmonat sollte die Impfung gegen Pneumokokken nach diesem Schema abgeschlossen sein. In der Regel ist dieser Impfplan ausreichend und standardmässig sind weitere Impfungen zur Auffrischung nicht mehr vorgesehen. Sollte die Impfung verspätet oder unvollständig erfolgen, solltest du diese bis zum fünften Lebensjahr deines Kindes laut Impfempfehlungen in jedem Fall nachholen. Dabei sind folgende Therapiepläne vorgesehen:

  • Im Alter von vier bis elf Monaten erfolgen die ersten beiden Impfungen im Abstand von einem Monat. Die dritte Impfung sollte dann mit zwölf Monaten erfolgen, es sei denn, zwischen zweiter und dritter Impfung liegen weniger als sechs Monate. Dann müsste die letzte Auffrischungsimpfung entsprechend später erfolgen.
  • Erhält dein Kind die erste Impfung erst zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr, dann sollte es insgesamt zwei Impfdosen im Abstand von zwei Monaten erhalten.
  • Wenn die Immunisierung erst nach dem zweiten Lebensjahr beginnt, erhält das Kind nur eine Impfdosis.

Welche Nebenwirkungen können nach der Impfung auftreten?

Wie bei anderen Impfungen, können auch hier Nebenwirkungen auftreten. Das ist teilweise nicht ungewöhnlich, denn einige Nebenwirkungen zeigen nur, dass das Immunsystem auf die Impfstoffe reagiert. Typische Symptome, die nach der Impfung auftreten, können sein:

  • Rötung, Schwellung, Hitze oder Schmerzen rund um die Einstichstelle
  • leichtes Fieber
  • Abgeschlagenheit oder Schläfrigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Muskel- oder Gliederschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden

In seltenen Fällen können allergische Reaktionen auftreten, die sich in Form einer Nesselsucht ausdrücken kann. Kleinkinder und Säuglinge können nach der Impfung darüber hinaus Fieberkrämpfe erleiden. Diese verlaufen aber in der Regel leicht und bleiben für das Kind folgenlos. Die meisten oben beschriebenen Symptome sollten nach spätestens ein bis drei Tagen abklingen.

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