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Eisenmangel bei Kindern: mögliche Ursachen, Folgeerkrankungen und Therapie

Eisenmangel bei Kindern: mögliche Ursachen, Folgeerkrankungen und Therapie

Etwa vier bis acht Prozent der Kinder und Jugendlichen in der Schweiz haben einen deutlichen Eisenmangel. Doch typische Beschwerden wie Müdigkeit und Blässe sind oft zu unspezifisch, sodass der Mangel meist erst spät auffällt. Die häufigsten Ursachen für Eisenmangel bei Kindern, wie du ihn verhindern kannst und wie Eisen Krankheiten und Entwicklungsstörungen verhindert – diese und viele weitere nützliche Informationen zum Thema erhältst du im folgenden Artikel.

Welche Ursachen kann Eisenmangel bei Kindern haben?

Eisenmangel gilt weltweit bei Kindern und Erwachsenen als einer der häufigsten Mangelerscheinungen. Die Ursachen können vielfältig sein und zerfallen in drei Kategorien:

  1. Geringe Eisenaufnahme: Da der Körper selbst kein Eisen bilden kann, ist er darauf angewiesen, es von aussen aufzunehmen. Das geschieht in der Regel über die Ernährung. Ernähren sich Kinder einseitig oder ungesund, kann das einen Eisenmangel verursachen. Darüber hinaus kann jedoch auch bei richtiger Ernährung ein Eisenmangel entstehen, wenn etwa die Aufnahme über den Verdauungsapparat gestört ist. So besteht zum Beispiel bei Personen mit Zöliakie ein höheres Risiko für Eisenmangel. Bei einigen Medikamenten ist ausserdem bekannt, dass sie die Eisenaufnahme hemmen oder stark beeinträchtigen können.
  2. Gesteigerter Eisenbedarf: In Kombination mit der geringen Eisenaufnahme ist der stark erhöhte Eisenbedarf der häufigste Grund für Eisenmangel bei Kindern. Sie brauchen besonders während der Wachstums- und Entwicklungsphasen viel Eisen. Der erste grössere Eisenbedarf stellt sich im Alter von zwei Jahren ein, da in dieser Zeit das Blutvolumen zunimmt. Auch während der Pubertät besteht ein höherer Eisenbedarf, also im Alter von etwa elf bis 14 Jahren. Jungen benötigen es für die wachsende Muskelmasse, bei Mädchen setzt in dieser Zeit die Regelblutung ein, sodass sie stärker auf die Neubildung von Blut angewiesen sind.
  3. Starker Eisenverlust: Er steht meist in Verbindung mit einem starken Blutverlust. Eisenmangel bei Kindern hat jedoch in den seltensten Fällen diese Ursache. Übermässiger Blutverlust könnte zum Beispiel nach einem Unfall oder einer Operation auftreten. Besonders bei Frauen mit einer starken Regelblutung ist er hingegen eine der häufigsten Ursachen.

Welche Symptome zeigen sich bei Eisenmangel?

Die häufigsten Symptome, die auf einen Eisenmangel hindeuten, sind:

  • Kindern fällt es schwer sich zu konzentrieren
  • Sie leiden häufig unter Müdigkeit und Abgeschlagenheit, obwohl sie ausreichend schlafen
  • Sie leiden unter Herzrasen und Kurzatmigkeit, haben weniger Kraft und ermüden beim Spielen und Toben schneller als üblich.
  • Haut und Schleimhäute wirken blass
  • Ohrensausen
  • Haarausfall, brüchige Nägeln und rissige Mundwinkel
  • Die Kinder sind anfälliger für Infektionskrankheiten
  • Depressionen, Angstzustände und andere Wesensveränderungen

Diese Symptome könnten auch auf andere Mangelerscheinungen hindeuten. Daher muss die Diagnostik nicht nur auf die charakteristischen Beschwerden achten, sondern bei Verdacht den Eisengehalt über Untersuchungen des Bluts eindeutig bestimmen.

Was ist die Eisenmangelanämie?

Anämie ist der medizinische Ausdruck für Blutarmut. Davon sind rund 30 Prozent der Menschen weltweit betroffen. Die Eisenmangelanämie ist eine Variante der Blutarmut, die durch Eisenmangel verursacht wird. Tatsächlich ist die Eisenmangelanämie eine der häufigsten Ursachen für Blutarmut.

Warum ist Eisenmangel häufig mit Blutarmut verbunden?

Das liegt an der Funktion des Eisens im Körper: Hämoglobin ist der Farbstoff, der für die Rotfärbung der roten Blutkörperchen und damit auch des Blutes verantwortlich ist. Doch Hämoglobin ist nicht nur einfach ein Farbstoff, sondern auch für Aufnahme und Transport des Sauerstoffs in deinem Körper verantwortlich. Damit der Körper Hämoglobin bilden kann, benötigt er Eisen. Das Mineral befindet sich im Zentrum des ringförmigen Farbstoffs. Ohne Hämoglobin können die Blutzellen nicht richtig funktionieren und es kommt zur Blutarmut.

Welche Folgeerscheinungen kann Eisenmangel bei Kindern verursachen?

Eisenmangel kann bei Kindern weitreichende Folgen haben. Die genauen Abläufe sind zwar unbekannt, doch die Rolle von Eisen gilt bei vielen Körperfunktionen als unumstritten. Besonders bei Kindern ab sechs Monaten bis einschliesslich dem 16. Lebensjahr ist eine ausreichende Eisenaufnahme für ihre Entwicklung wichtig. Eine Eisenmangelanämie kann zu schweren Beeinträchtigung der Gehirnleistung, der motorischen Fähigkeiten und sogar zu psychischen Problemen führen. Im Säuglingsalter ist ein Mangel besonders kritisch, da hier der Grundstein der Entwicklung des Kindes gelegt wird.

Warum sollten Frauen bereits ab dem Kinderwunsch auf ausreichende Eisenaufnahme achten?

Aufgrund der Regelblutung leiden Frauen häufiger unter Eisenmangel als Männer. Während der Schwangerschaft steigt der Eisenbedarf von Frauen noch einmal, denn sie müssen zusätzlich zum eigenen auch den Bedarf des Kindes decken. Dieser Mangel hat nicht nur Auswirkungen auf die Mutter, sondern auch auf das Kind. Eisenmangel macht sich schon bei der Entwicklung der Plazenta bemerkbar, kann die Entwicklung stören und ist eine Ursache für späteren Eisenmangel bei Kindern. Ein Mangel während der Schwangerschaft kann bei den Kindern ausserdem zu kardiovaskulären Krankheiten und anderen Störungen und Gesundheitseinschränkungen im Erwachsenenalter führen.

Wie gewährleiste ich über die Ernährung eine ausreichende Eisenaufnahme?

Die Schweizer Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Kinder und Jugendliche eine tägliche Eisenaufnahme von 15 Milligramm für Mädchen und rund zwölf Milligramm für Knaben. Der Körper kann allgemein Eisen aus tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch oder Eiern besser verwerten als pflanzliche Eisenquellen. Du solltest bei der Ernährung ausserdem beachten, dass der Körper Eisen aus der Nahrung nie vollständig verwertet. Lediglich fünf bis zehn Prozent des verzehrten Eisens nimmt der Körper wirklich auf, der Rest wird wieder ausgeschieden. Bei starkem Eisenmangel können vorübergehend auch Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente sinnvoll sein. Diese solltest du jedoch nie auf Verdacht oder ohne Absprache mit einem Arzt einnehmen: Eine Überdosierung von Eisen kann zu Organschäden führen und lebensbedrohlich sein.

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