Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

Finde die besten Kinderärzte in deiner Nähe
>
Ratgeber-Übersicht
>
Windpocken: Symptome, Krankheitsverlauf und Behandlung

Windpocken: Symptome, Krankheitsverlauf und Behandlung

Windpocken, auch als Varizellen bezeichnet, sind eine der am häufigsten auftretenden Krankheiten bei Kindern. Natürlich können auch Erwachsene von der Krankheit betroffen sein. Die mit einem Hautausschlag einhergehende Viruserkrankung ist in der Regel harmlos. Lediglich bei Schwangeren und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann es zu Komplikationen kommen. Als Erreger sind die Varizella-Zoster-Viren bekannt, ein Typ der Herpesviren. In den Frühjahrs- und Herbstmonaten ist die Gefahr einer Ansteckung besonders hoch. Allerdings ist die Krankheit für gesunde Menschen nicht gefährlich und heilt mit der richtigen Hautpflege rasch aus.

Was sind Windpocken?

Bei Windpocken handelt es sich um eine extrem ansteckende Krankheit, deren Übertragung durch Husten und Niesen, also die sogenannte Tröpfcheninfektion, erfolgt. Die Inkubationszeit beträgt ein bis drei Wochen. Heute treten Windpocken nicht mehr allzu häufig auf, denn Kinder werden in vielen Ländern bereits im Alter von etwa einem Jahr gegen die Varizellen geimpft. Das Impfen ist sehr gut verträglich. Häufig wird bei der Impfung auch ein Kombinationsimpfstoff gegeben, der gleichzeitig vor Masern, Mumps und Röteln schützt. In der Schweiz ist die Impfung gegen Windpocken kein Bestandteil des Impfplans für Säuglinge. Aus diesem Grund wird sie vielfach auch erst bei Jugendlichen im Alter zwischen elf und 15 Jahren vorgenommen, wenn die Krankheit bis dahin noch nicht aufgetreten ist. Eine Impfung kann aber auch im Erwachsenenalter sinnvoll sein, unter anderem bei:

  • Frauen mit Kinderwunsch
  • Berufsgruppen mit einem hohen Ansteckungsrisiko, beispielsweise über medizinisches Material
  • Patienten mit einem schwachen Immunsystem
  • Menschen mit Neurodermitis

Bekannte Synonyme der Windpocken sind:

  • Varizellen
  • Schafblattern
  • Wilde Blattern
  • Spitze Blattern

Wundere dich also nicht, wenn du statt dem Namen Windpocken einmal einen dieser Ausdrücke liest.

Was sind die bekanntesten Symptome bei Windpocken?

Frühestens eine Woche nach der Ansteckung kommt es bei den Betroffenen zu dem für die Krankheit typischen Hautausschlag. Meist beginnt er an Gesicht und Körper, ehe er sich auch auf Arme und Beine ausbreitet. Der Ausschlag kann mit einer Blasenbildung verbunden sein. Die Bläschen verursachen zwar einen starken Juckreiz, hinterlassen aber keine Narben. Je nach Ausprägung kann es am Körper zu einer Vielzahl an Bläschen kommen; zwischen 250 und 500 Stück sind keine Seltenheit. Aufgrund dieser Vielzahl an Bläschen spricht man auch von einem Sternenhimmel. Häufig kommen bei den Erkrankten Symptome wie Fieber und eine allgemeine Abgeschlagenheit hinzu.

Warum sind Kinder besonders häufig betroffen?

Bei den Windpocken handelt es sich um eine hochgradig ansteckende Krankheit. Ist ein Kind etwa in der Kindertagesstätte infiziert, liegt die Gefahr bei 80 bis 90 Prozent, dass sich auch die anderen Kinder anstecken. Windpocken zählen zu den sogenannten "fliegenden Infektionen". Die Viren breiten sich problemlos nicht nur von Körper zu Körper, sondern auch in der Luft aus. In trockener Raumluft können die Viren zwar nur etwa zehn Minuten überleben. Dennoch ist das Risiko einer Ansteckung vor allem in Kindergärten und Schulen gross. Neben einer Tröpfcheninfektion kann es auch zu einer Schmierinfektion kommen. Meist erfolgt sie durch Kontakt mit der Flüssigkeit in den Hautbläschen der Erkrankten, etwa beim Händeschütteln.

Wie und wann erfolgt die Ansteckung?

Windpocken sind so gefährlich, weil sie hochgradig ansteckend sind. Wenn du also den Verdacht hast, dass dein Kind an Windpocken leidet, solltest du es nicht in den Kindergarten schicken. Bereits ein bis zwei Tage, ehe es zum typischen Hautausschlag kommt, besteht eine Ansteckungsgefahr. Sie ist erst dann vorbei, wenn die Bläschen verkrustet sind. Das dauert nach dem ersten Auftreten der Bläschen etwa fünf bis sieben Tage. Die Inkubationszeit der Windpocken liegt im Durchschnitt bei 14 Tagen. Erste Anzeichen nach einer Ansteckung zeigen sich nach acht oder gar erst nach 30 Tagen.

Wie werden Windpocken behandelt?

Varizellen werden meist recht eindeutig schon anhand der Symptome diagnostiziert. Medikamente sind bei Windpocken in der Regel nicht nötig. Es genügt, eine Salbe zur Behandlung des Juckreizes zu geben. Lotionen, Gele, Puder, die den Juckreiz lindern, enthalten meist Wirkstoffe wie Gerbstoffen, Zink oder Polidocanol. Sinnvoll kann es bei Kindern zudem sein, die Fingernägel möglichst kurz zu schneiden, damit sie sich die Bläschen nicht aufkratzen. Lediglich wenn das Fieber mehrere Tage lang anhält, kann der Arzt fiebersenkende Arzneimittel verschreiben. Sinnvoll kann das Tragen luftiger Kleidung sein, da Schweiss und Wärme den Juckreiz verstärken.

Welche Komplikationen können bei Varizellen auftreten?

Grundsätzlich sind Windpocken eine harmlose Erkrankung, die glimpflich verläuft. Bei Erwachsenen ist der Verlauf der Windpocken meist schwerer als bei Kindern. Bei folgenden Personen aber kann es durchaus zu Komplikationen kommen:

  • Schwangere
  • ältere Menschen
  • Patienten mit einem geschwächten Immunsystem

Bei diesen Personen ist der Verlauf der Windpocken meist deutlich schwerer und es können Folgeschäden wie eine Lungenentzündung oder sogar eine Hirnhautentzündung auftreten. Schwangere müssen besonders vorsichtig sein, denn schlimmstenfalls kann es zu Fehlbildungen beim Kind kommen. Diese Komplikationen sind aber eher selten und treten nur bei einem Prozent der erkrankten Frauen auf. Etwa 20 Prozent aller schwangeren Frauen, die an Windpocken erkranken, entwickeln zudem eine Lungenentzündung. Hat man einmal die Windpocken gehabt, wird man diese Krankheit in seinem Leben kein zweites Mal bekommen. Wohl aber kann es zu einer Gürtelrose kommen, denn für diese Hautkrankheit sind dieselben Erreger verantwortlich. Die Gürtelrose ist ebenso ansteckend wie die Windpocken.

Welche weiteren Krankheiten treten im Kindesalter besonders häufig auf?

Wie bereits erwähnt, zählen die Windpocken zu den typischen Kinderkrankheiten. Windpocken können aber in jedem Alter auftreten, wenngleich nur einmal im Leben. Die Zweiterkrankung, die durch denselben Erreger hervorgerufen wird, nennt sich dann Gürtelrose. Windpocken werden meist in einem Atemzug mit zahlreichen weiteren bekannten Kinderkrankheiten wie Mumps, Masern oder Röteln genannt. Allen diesen Krankheiten gemeinsam ist, dass zu ihren Symptomen Hautausschläge zählen. Während der ersten drei Monate nach der Geburt verfügen Säuglinge allerdings über einen sogenannten Nestschutz. Über die Nabelschnur der Mutter bekommen die Kinder Abwehrstoffe und sind so in ihren ersten Lebenswochen vor Infektionskrankheiten geschützt. Etwa ab dem zweiten Lebensjahr treten aber vermehrt Infektionskrankheiten auf, zu denen auch Atemwegsentzündungen und die Mittelohrentzündung zählen.

Der Kinderarztvergleich für die Schweiz. Finde die besten Kinderärzte in deiner Nähe - mit Preisen und Bewertungen!

Das könnte dich auch interessieren

Kopfschmerzen bei Kindern – alles zu Ursachen und Therapie

Bei Kopfschmerzen handelt es sich leider um eine sehr häufig auftretende Erkrankung bei Kindern – und das in jedem Kindesalter. Dabei können die Beschwerden ein Symptom für zahlreiche Ursachen sein. Wie die Häufigkeit genau verteilt ist, welche Ursachen für die Kopfschmerzen infrage kommen und welche Untersuchungen und Behandlungen ein Arzt in der Regel vornimmt, erfährst du hier.

Masern bei Kindern: So werden sie erfolgreich behandelt

Masern sind eine extrem ansteckende Krankheit, die vorwiegend bei Kindern auftritt. Fälschlicherweise gelten die Masern als reine Kinderkrankheit, doch können auch Erwachsene betroffen sein. Wie bei den meisten durch Viren ausgelösten Krankheiten kommt es auch bei den Masern zunächst zu grippeähnlichen Symptomen. Charakteristisch ist der Hautausschlag, der sich optisch allerdings vom Erscheinungsbild der Röteln oder Windpocken unterscheidet. Alles zu Masern bei Kindern erfährst du hier.

Nachtschreck Kinder: Alles über die Schlafstörung bei Kindern

Nachtschreck ist eine fast ausschliesslich bei Kindern auftretende Schlafstörung. Sie wird zwar allgemein als harmlos eingestuft, wird von Eltern aber dennoch oft als beunruhigend empfunden. Lies hier nach, woran du den Nachtschreck erkennst, welche Ursachen für die Symptome verantwortlich sind und was Eltern und Ärzte dagegen tun können.

Paracetamol Kinder – die korrekte Dosierung im Kleinkindalter

Kinder bedürfen im Krankheitsfall einer grösseren Sorgfalt und Aufmerksamkeit als ein Erwachsener. Allein die Tatsache, dass sich der Kinderkörper noch in der Entwicklung befindet, muss zusätzlich berücksichtigt werden. Dass zu den schmerzlindernden und fiebersenkenden Medikamenten zählende Paracetamol sollte dem Kind entsprechend nur unter Aufsicht eines Kinderarztes oder Apothekers und strikt in den vorgeschriebenen Mengenabgaben gegeben werden. Die Folgen einer Überdosierung sind Vergiftungserscheinungen, die bei Kindern schnell zu lebensbedrohlichen Leberproblemen führen können. Der folgende Artikel beantwortet Eltern die wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit dem Medikament Paracetamol für Kinder.

Arzneimittelkompendium Schweiz – die Wissensdatenbank für Mitarbeiter im Gesundheitswesen und interessierte Patienten

Tausende verschiedene Medikamente stehen in der Schweiz zur Behandlung von Krankheiten zur Verfügung. Ständig kommen neue hinzu. Welches Medikament ist zur Linderung der Beschwerden am besten geeignet? Welche Nebenwirkungen können auftreten? Welche Kombinationen versprechen Erfolg? Gibt es Hinweise zur Verschreibung? Wo sind die Arzneimittel verfügbar und was kosten sie? Diese und weitere Fragen müssen Mitarbeiter im Gesundheitswesen für alle Arzneimittel beantworten können. Die Voraussetzung dafür wurde mit dem Arzneimittelkompendium der Schweiz geschaffen. Wir stellen die umfassende Wissensdatenbank vor.

Die Maul- und Klauenseuche bei Kindern – Was ist zu tun?

Die Maul- und Klauenseuche bei Kindern nennt sich eigentlich „Hand-Fuss-Mund-Kankheit“. Der Name bezieht sich auf den Ausschlag, der am Mund, den Händen und den Fusssohlen zu sehen ist. Dabei handelt es sich um eine weltweit verbreitete Krankheit, die nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen entstehen kann. In der Regel besteht kein Grund zur Sorge und die Krankheit verläuft harmlos. Trotzdem solltest du rechtzeitig mit dem Kind zum Arzt gehen. Mehr zum Thema gibt es hier.