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Zeckenimpfung-Nebenwirkungen bei Kindern – welche Beschwerden können auftreten?

Seit dem Jahr 2019 gilt eine generelle Empfehlung für die Zeckenimpfung in der gesamten Schweiz. Vorher hatte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) lediglich das Mittelland und die Nordostschweiz als Zeckenrisikogebiete eingestuft. Erwachsene und Kinder ab sechs Jahren sollen sich demnach gegen die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) impfen lassen. Bei dieser Viruserkrankung handelt es sich um eine Hirnhautentzündung, die erhebliche Spätfolgen hervorrufen und schlimmstenfalls tödlich verlaufen kann. Die Tatsache, dass die Zeckenimpfung Nebenwirkungen haben kann, stimmt viele Eltern skeptisch. Wenn du nicht sicher bist, ob deine Kinder den Impfschutz brauchen, lass dich von deinem Kinderarzt beraten.

Wie lassen sich Zeckenbisse vermeiden?

Zecken leben am Boden und in seiner Nähe. Die Gefahr, dass sie auf Bäume klettern und sich von dort auf ihre Opfer herabfallen lassen, besteht eher nicht. Im Winter sind sie nicht aktiv. Kinder sammeln Zecken mit grösster Wahrscheinlichkeit beim Spielen im hohen Gras auf Feldern oder Wiesen auf. Wenn deine Kinder draussen spielen, trägst du ihnen am besten vorher immer ein Repellent auf. Das Spray oder die Lotion sorgt dafür, dass Zecken Menschen nicht als Wirte erkennen können, denn das tun sie mit Hilfe ihres Geruchssinns. Lange Hosen und Shirts mit langen Ärmeln sind besser geeignet als kurze Kleidungsstücke. Insbesondere nackte Beine und Füsse locken Zecken an. Nach dem Spiel oder Spaziergang ist es sinnvoll, die Kinder nach Zecken abzusuchen, um sie entfernen zu können, bevor sie sie anfangen zu saugen.

Wann sollten Kinder die Zeckenimpfung erhalten?

Die Empfehlung des Gesundheitsamtes betrifft alle Kinder über sechs Jahren. Sollte es aus einem besonderen Grund nötig erscheinen, dürfen aber bereits Kinder ab einem Jahr geimpft werden. Sollte wegen des Wohnortes oder einer Urlaubsreise eine Zeckenimpfung ratsam sein, wird der Kinderarzt dich entsprechend beraten. Grundsätzlich sind zuerst drei Impfungen nötig, um eine vollständige Grundimmunisierung zu erreichen, die dann ungefähr zehn Jahre anhält. Danach genügt eine Einzeldosis zur Auffrischung. Die beste Jahreszeit für die erste Impfung ist der Winter, weil der Impfschutz bis zum folgenden Frühjahr vollständig aufgebaut ist. Ob die Zeckenimpfung mit möglichen Nebenwirkungen für das Kind angebracht ist, entscheiden Eltern am besten im Einzelfall im Einvernehmen mit den jeweiligen Ärzten. Trotz der allgemeinen Impfempfehlungen ist die Zeckenimpfung nicht in der Lage, den Erreger langfristig auszurotten wie zum Beispiel bei der Kinderlähmung. Der Nutzen für die Gesamtbevölkerung ist daher beschränkt.

Welchen Impfschutz gibt es überhaupt?

Die Zeckenimpfung schützt ausschliesslich vor FSME, der virusbedingten Entzündung des Gehirns sowie der Rückenmarks- und Gehirnhäute. Die Erkrankung verläuft aber in den meisten Fällen ohne Beteiligung des Gehirns. Patienten haben bei einem leichten Verlauf nur grippeähnliche Beschwerden. Gegen alle anderen Krankheiten, die Zecken übertragen können, ist noch kein Impfschutz verfügbar. Vielleicht hast du schon einmal gehört, dass Hunde gegen Borreliose geimpft werden. Das ist zwar richtig, aber in der Humanmedizin existiert kein Impfstoff. Da die Impfung nicht gegen alle anderen Krankheiten schützt, ist eine anderweitige Zeckenprophylaxe weiterhin notwendig.

Welche Krankheiten übertragen Zecken?

Zecken sind Parasiten, die sich vom Blut ihrer Wirte ernähren. Dafür kommen alle Säugetiere von der Maus über Hunde und Katzen bis hin zu Nutztieren wie Schafen und Kühen in Frage. Das von einer Zecke aufgenommene Blut enthält daher die verschiedensten Bakterien und Viren. Die meisten Erreger kann eine Zecke beim Wechsel des Wirtes auf den nächsten übertragen. Zu den häufigsten Krankheitsbildern bei Menschen gehören insbesondere:

  • FSME: Kombination von virueller Meningitis und Enzephalitis (Meningoenzephalitis)
  • Enzephalitis: Entzündung des Gehirns
  • Meningitis: Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute
  • Borreliose: Bakterielle Infektion mit Entzündung des Rückenmarks und der Gelenke
  • Babesiose: Parasitäre Infektion der roten Blutkörperchen mit malariaähnlichen Symptomen

Welche Medikamente helfen bei Nebenwirkungen?

Wenn nach der Zeckenimpfung Nebenwirkungen bei deinem Kind auftreten, verständigst du am besten den Kinderarzt, um mit ihm zu besprechen, ob zum Beispiel fiebersenkende Medikamente angezeigt sind. Erhöhte Temperatur ist mit einem etwa fünfzehnprozentigen Anteil die häufigste Nebenwirkung der Zeckenimpfung bei Kindern. Ein Schmerzmittel gegen Muskel- und Gelenkschmerzen kann in Ausnahmefällen ebenfalls gefragt sein. Gegen leichte Magen- und Darmbeschwerden sind Medikamente nicht unbedingt erforderlich. Hier helfen bewährte Hausmittel wie Schonkost und Fencheltee, wobei sich die Schonkost natürlich auch am Geschmack des kleinen Patienten orientieren muss. Nach ein oder zwei Tagen sollte das Kind wieder wohlauf sein. Allerdings sind behandlungsbedürftige Nebenwirkungen sehr seltene Ausnahmefälle.

Welche Symptome sind als Nebenwirkung der Impfung möglich?

Sollten sich nach der Zeckenimpfung Nebenwirkungen zeigen, geschieht das innerhalb der ersten drei bis vier Tage. Solange solltest du dein Kind sorgfältig beobachten. Nach Ablauf dieser Zeitspanne ist mit Nebenwirkungen nicht mehr zu rechnen. Am häufigsten treten bei der Zeckenimpfung Nebenwirkungen auf wie:

  • Kopfschmerzen
  • Fieber
  • Gliederschmerzen
  • Übelkeit
  • Durchfall und Erbrechen

Welche Krankenversicherung bezahlt die Impfung?

Die Grundversicherung übernimmt grundsätzlich die Kosten für die Zeckenimpfung aller Schweizer, die mindestens sechs Jahre alt sind. Das gilt aber nur, wenn Ärzte die Impfung durchführen. Solltest du dich lieber in einer Apotheke impfen lassen, musst du die Kosten selbst tragen, wenn du keine private Zusatzversicherung hast, die das abdeckt.

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